An der Lösung mitwirken

Bauen hat ein großes Konfliktpotenzial, da viele Beteilitgte unter Zeit- und Kostendruck eng miteinander kooperieren müssen. Das funktioniert nicht immer konfliktfrei, manchmal überschreiten die Differenzen auch eine Grenze, die durch die Beteiligten nicht mehr allein lösbar ist.

Wann ist eine Mediation oder mediative Baubegleitung im Baubereich sinnvoll?

Sehr oft wird in der Sache gestritten, obwohl die Beweggründe des Konflikts auf einer ganz anderen Ebene liegen. Oft hören wir den Satz: "bitte bleiben Sie sachlich", obwohl sehr viele Emotionen im Spiel sind! Doch wer wurde schon in seiner Berufsausbildung mit dem Umgang von Emotionen geschult? Wie sollen wir damit umgehen? Ist es besser diese auszublenden, oder zeigen diese machmal auch sinnvollen Änderungsbedarf an?

Mediative Baubegleitung

Randy GlasbergenBevor die Wogen unnötig hochgehen und ein konstruktives Miteinander blockieren besteht die Möglichkeit der mediativen Baubegleitung. Dabei geht es darum, Konflikte frühzeit, also präventiv wahrzunehmen, sowie Interessen und Bedürfnisse der Beteiligten deutlich zu machen. Dabei ist das Ziel, auf effiziente Weise tragfähige Lösungen für alle zu erlangen und Eskalationen zu vermeiden. Dazu können folgende Interaktionen gestaltet werden:

  • Moderation von Planungs- oder Baubesprechungen
  • Kick-Off-Meetings mit den Beteiligten
  • Mediative Beratung zur Konfliktprävention
  • Konfliktlösungssitzungen (sowohl im Team, als auch mit Einzelnen)
  • Teamentwicklungsworkshops (z.B. zu Projektbeginn oder bei Kick-Off-Meetings)
  • Reflexionsworkshops

Letztendlich geht es immer um die Herausforderung, mit Unterschieden umgehen zu können sowie diese in Interaktionen so weit zu gestalten, dass die Parteien im Kontakt mit ihren Interaktionsparteien bleiben (besonders in emotional belastenden Situationen), ein tieferes Verstehen ermöglicht wird sowie den Beteiligten Lösungsräume eröffnet werden.

 

Mediation

Wenn das bereits in den sprichwörtlichen Brunnen gefallen ist, besteht die Möglichkeit der Mediation. Wenn also am Ende eines gescheiterten Kooperationsprozesses nur mehr der Weg zu Gericht offen ist, stellt die Mediation ein alternatives Verfahren dar. Der Weg des Gerichtsverfahrens ist jedoch gerade während des Bauens problematisch, da dieser oft langwierig ist und ein konstruktives Miteinander parallel zur Projektarbeit erschwert oder unmöglich macht.

Die Mediation ist ein ergebnisoffenes, interessensbasiertes Konfliktregelungsverfahren, das im Unterschied zu Streitverfahren vor Gericht durch Selbstverantwortung der Konfliktparteien Lösungen entwickelt. Unter Mithilfe eines nicht-entscheidungsbefugten allparteilichen Dritten werden in gemeinsamen Sitzungen mit den Konfliktparteien neue Lösungen auf der Basis der Interessen und Bedürfnisse der Beteiligten erarbeitet. Im Gegensatz zur mediativen Führung und Beratung (= Präventiv) stellt die Mediation einen kurativen Einsatz dar.

Der Konflikt kann hier vor allem deshalb nachhaltig gelöst werden, da die Beteiligten die Lösung - mit Hilfe des Mediators - selber gestalten und so nicht dem richterlichen Urteil (welches immer öfter in Teilschuldzuweisungen mündet) ausgesetzt sind.

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