Wo liegt für Sie der Mehrwert von BIM?

Zugegeben, der Entwurf oder die technische Lösung Ihres Gebäudes wird durch den Einsatz von BIM nicht besser. Die Anwendung von Buliding Information Modeling (BIM) geht jedoch damit einher, dass nicht nur das Planungstool ein Neues ist, sondern dass auch die Arbeitsmethodik in Form einer integralen Planung den Planungsprozess bestimmt.

Natürlich kann man BIM auch mit den gelernten Arbeitsmethodiken missbrauchen. Also Insellösungen bei den einzelnen Planern produzieren, welche dann in mühsamer Koordinationssitzungen wieder zu (im besten Fall) einem Planungsergebnis führen. Es kann aber auch ganz anders laufen!

Gemeinsam - Simultan - befruchtend

Planer - also Architekten mit Ingenieuren (Tragwerksplaner, Haustechniker, Bauphysiker, etc.) - planen gemeinsam und simultan in einem sich gegenseitig befruchtenden Prozess das Gebäude. Simultan heißt hier nicht, dass jeder Planer zur gleichen Zeit und in der gleichen Planungstiefe Veränderungen und Entwicklungen am Gebäude durchführt. Das wäre nur Chaos. Natürlich braucht es Vorgaben, Ideen und Überlegungen, die als Vorgaben bestehen müssen. Nur können diese am Beginn vielleicht noch unausgegorenen Themen sehr rasch weiterentwickelt und optimiert werden indem die Planungsbeteiligten in den Planungsprozess hineinarbeiten. Das eröffnet neuen Raum für Teamarbeit, da ein Fachplaner nicht erst geholt wird, wenn es darum geht, eine (vielleicht nicht schlüssige) Idee des Architekten baubar zu machen. Damit ist Schluss mit dem Missbrauch von Planungsgehilfen!

Das Datenmodell

Was BIM noch von den bisherigen CAD-Systemen unterscheidet ist der Inhalt des Datenmodells. Dieses ist ein intelligentes digitales Gebäudemodell, in dem alle relevanten Gebäudedaten digital kombiniert und vernetzt sind. Als virtuelles Computermodell ist das Gebäude auch geometrisch visualisiert. Die Daten verfügen deshalb eine hohe Qualität, da sie auf eine gemeinsame Datenbasis zurückgehen und ständig aktualisiert und synchronisiert werden. Das gewährleistet einen optimalen Informationsaustausch zwischen allen Beteiligten und hilft, die Qualität des Planungsprozesses zu steigern.

Die Bewirtschaftung

Auch wenn die Einsparungen bei Planern und ausführenden Firmen noch sehr unterschiedlich gesehen wird (die Meinungen pendeln zwischen Mehraufwand und massiven Einsparungen von bis zu 30% bei Baufirmen) lässt sich für den Bauherrn ein zentraler Vorteil absehen: Dadurch, dass bei konsequentem Einsatz von BIM die Dokumentation, also das Datenmaterial wesentlich verbessert wird, lässt sich der Gebäudebetrieb nicht nur im vorhinein wesentlich besser planen - was alleine schon zu Verbesserungen führt - sondern lässt auch die Betriebs-, Sanierungs- und Umbaukosten wesentlich reduzieren. Das heißt, dass der Hebel dort angesetzt wird, wo die meisten Kosten anfallen: Bei den Bewirtschaftungskosten, welche bis zu 80% der Lebenszykluskosten von Gebäuden ausmachen.

Paradigmenwechsel

Auch wenn sich noch viele Planer wehren, ausführende Firmen noch nicht wissen welches Potential sie brach liegen lassen, und Bauherrn Geld liegen lassen bzw. Möglichkeiten nicht ausnützen - der Paradigmenwechsel hat bereits längs begonnen! Die vollständige Veränderung wird sicher noch seine Zeit brauchen und alte Systeme werden in Teilbereichen parallel zu BIM bestehen bleiben (es lebe die Handskizze!). BIM jedoch zu negieren oder auch nur ungenügend bei neuen Projekten einzuplanen bedeutet Verschwendung und schlechtere Ergebnisse als die Möglichen.

 

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